Clean River Project e.V.

Paddeln und Fotokunst für saubere Flüsse und Meere!

Das Clean River Project ist ein mehrfach ausgezeichnetes Umwelt-, Kunst- und Bildungsprojekt, das sich bundesweit für saubere Flüsse und Meere einsetzt und es sich zum Ziel gemacht hat, die Plastikmüllverschmutzung in deutschen Gewässern zu senken. Die Devise dabei lautet: Aufräumen, Aufrütteln, Aufklären! Bei den zahlreichen CleanUp Events räumen sie mit freiwilligen Helfer*innen auf. Im Kanu und zu Fuß befreien sie gemeinsam Flüsse von Plastikmüll. Anschließend setzen sie den gesammelten Müll kreativ in Szene. In ihren Fotokunst-Ausstellungen rütteln sie auf und fördern das Bewusstsein für die Problematik. Darüber hinaus halten sie Vorträge und machen Bildungsarbeit in Schulen. Ihr Ziel ist es, Verhaltensänderungen bei jeder*m Einzelnen anzustoßen, einen bewussten Umgang mit Plastik als Wertstoff zu fördern und gemeinsam etwas zu verändern!

Clean River Project

https://cleanriverproject.de/

Am Moselufer 9
D 56333 Winningen

Franziska Braunschädel

Clean River Project e.V.

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Wie sind Sie auf die Aktivitäten von ALLES IM FLUSS aufmerksam geworden?

»Ich wurde vom Flussbad Berlin auf ALLLES IM FLUSS aufmerksam gemacht und habe Kontakt mit Sebastian Weise aufgenommen.«

Wie ist die Idee zum Clean River Project entstanden

»Als Stephan 2012 mit dem Kajak fahren anfing, hat er schnell bemerkt, wie viel Müll in den Flüssen und an den Ufern zu finden ist. Angefangen hat dann alles mit einem alten Fußball, den er mitgenommen hat. Er konnte ihn nicht dort liegen lassen und mit jeder Paddeltour auf der Mosel hat er mehr Müll eingesammelt. Nach kurzer Zeit hat er sich gefragt, was er tun kann, um die Menschen auf das Problem aufmerksam zu machen. 2012 war die Plastikmüllverschmutzung in unseren Meeren noch nicht so ein großes Thema und es war wesentlich schwerer, das Interesse der Menschen für das Problem zu gewinnen. Viele waren skeptisch, haben den Ernst der Lage und warum er den Müll eingesammelt hat, nicht verstanden – ganz nach dem Motto: Jeder hat so seine Hobbies.

Da Stephan von Beruf Fotodesigner und Künstler ist, hat er angefangen, den Müll zu fotografieren, wie er in der Natur zu finden war. Aber auch das hat zunächst nicht den erhofften Effekt erzielt. Erst als er die Fundstücke zu Fotokunstwerken inszenierte, sind die Leute aufmerksam geworden und das Clean River Project ist entstanden. Nach der Realisierung einer erfolgreichen Crowdfunding Kampagne im Jahr 2015, bei der Stephan in dreizehn Tagen 450 km von seinem Wohnort in Winningen an der Mosel bis in die Nordsee in den Niederlanden paddelte, fand das Projekt immer mehr Zuspruch und erregte erstmals auch nationales Aufsehen. Die Ausstellung gastierte in neun verschiedenen Städten in Deutschland und den Niederlanden. Außerdem wurde Stephan im Anschluss zu diversen Interviews geladen und konnte im deutschen Bundestag sprechen. Mit dem Bekanntheitsgrad des Projekts stieg auch der Aufwand, der investiert werden musste, um den Anfragen gerecht zu werden. Um das Projekt weiterentwickeln zu können, ist dann 2016 der gemeinnützige Verein Clean River Project e.V. entstanden. Seit 2017 arbeiten wir nun als Team gemeinsam an unserer Mission.«

Welches konkrete Projekt zur Reduktion von Plastikmüll möchten Sie den ALLES IM FLUSS – Mitgliedern / Partnern vorstellen?

»Im Rahmen unserer CleanUp Events gehen wir mit Freiwilligen paddeln und befreien Flüsse und ihre Ufer von Plastikmüll. Zum einen findet man die Hinterlassenschaften vom letzten Grillabend am Wasser, zum anderen aber auch die Auswirkungen vom Hochwasser und natürlich nicht zu vergessen: alles, was gezielt im Fluss entsorgt wird. Oftmals ist der Müll schon so mit der Natur verwachsen, dass es sehr schwer ist, ihn wieder aus ihr herauszubekommen.

Mit unseren CleanUps bringen wir die Menschen der Natur wieder näher, erzielen einen direkten positiven Effekt, indem wir die Verschmutzung durch Plastikmüll senken und fördern das Gemeinschaftsgefühl der Teilnehmer*innnen. Für uns also ein toller Weg, um zu zeigen, wie wichtig der Umweltschutz vor der eigenen Haustür ist und wie viel Freude es macht, sich zu engagieren.
Im Anschluss verwandeln wir den gesammelten Müll in Fotokunst. Die Kunstwerke zeigen wir in öffentlichen Ausstellungen oder bei unseren CleanUp Events und sorgen damit für Aufsehen. In Fotokunstwerke verwandelt, erhalten die Fundstücke einen neuen Wert und eröffnen eine neue Zugangsebene zu der Problematik der Plastikmüllverschmutzung.«

Sehen Sie in diesem Projekt Ideen und Potentiale, die in das alltägliche Leben der Menschen übertragen werden können?

»Jede*r hat die Möglichkeit sich zu engagieren, wenn er/sie möchte. Besonders, wenn es darum geht Müll einzusammeln und der fachgerechten Entsorgung zuzuführen. Da kann Mensch direkt vor der Haustüre anfangen.

Wir denken, dass die Plastikmüllverschmutzung ein Problem ist, das uns alle etwas angeht, das aber auch gelöst werden kann, wenn jeder einen Teil dazu beiträgt. Ob plastikfreier Einkauf, die Teilnahme an einem CleanUp Event oder politische Forderungen, es ist wichtig, dass sich jede*r mit dem Thema auseinandersetzt und dass darüber gesprochen wird. Wir bieten mit unseren CleanUp Events einen Spaß bringenden Einstieg, der oft eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Problem nach sich zieht und die Menschen in Bewegung bringt.«

Welche Erfolge im Bereich der Reduzierung von Plastikmüll wünschen Sie sich für die Zukunft? 

»Für uns besteht ein großer Erfolg darin, einen Wandel im Umgang mit Plastik als Ressource zu erzeugen. Dies erfordert sowohl politische Maßnahmen und Reglementierungen, die die Weichen für eine nachhaltige Nutzung des Rohstoffs stellen, als auch entsprechende Veränderungen in der Industrie, was die Nutzung von Rezyklat, die Beschaffenheit von Verpackungen etc. angeht. „Einweg“ sollte in der Zukunft soweit wie möglich durch „Mehrweg“ ersetzt werden.

In Bezug auf Privatpersonen bedeutet ein solcher Wandel, dass Plastikmüll nicht in der Natur entsorgt wird und wir auch hier wieder ein größeres Kreislaufdenken etablieren können. Das fängt schon bei der Wahl von unverpackten Produkten im Supermarkt an. Denn am Ende, kommt alles zu einem zurück.«