GEORG KÖSSLER

KÄMPFEN FÜR FREIRÄUME

Mit Aktionen gegen die NPD Ende der Neunziger bin ich das erste Mal auf die Straße gegangen. Später bin ich der  Grünen Jugend beigetreten und habe mich besonders mit Ökologie und Klimaschutz beschäftigt. Ich habe bei der Klimakonferenz in Kopenhagen 2009, später mit meiner Klima-Aktionsgruppe in Berlin und bei Klimacamps für den Kohleausstieg, Divestment und eine sozial-ökologische Energiewende protestiert.

Umweltschutz ist für mich ein zentrales Gerechtigkeitsthema. Ich setze mich dafür ein, dass alle Zugang zu Natur, sauberem Wasser und sauberer Luft haben. Diese Zugänge müssen öffentlich gewährleistet werden und dürfen nicht nur für jene reserviert sein, die sie bezahlen können. In Neukölln ärgere ich mich seit Jahren darüber, dass Klimaschutz von SPD und CDU weggelächelt wird, aber auch, dass nicht genug für Fahrräder und Fußgänger*innen getan wird.

Es ist mir wichtig, Freiräume in der Stadt zu erhalten. Seien es Naturflächen oder Kulturflächen. Als Sprecher für Clubkultur setze ich mich dafür ein, die Nischen für Kulturschaffende zu erhalten und gegen Investitionsinteressen  zu verteidigen.

Büro Georg P. Kössler, MdA

georg-koessler.de

Niederkirchnerstr. 5
10111 Berlin

Jede*r kann Becherheld*in werden! Einfach seinen eigenen Becher von zuhause mitbringen – und bei vielen Cafés und Bäckereien sogar noch Geld sparen!

Georg Kössler

Georg Kössler wirBERLIN ALLES IM FLUSS

Wie sind Sie auf die Aktivitäten von ALLES IM FLUSS aufmerksam geworden?

Wir haben uns über das wunderbare FLUSSBAD Projekt kennengelernt, welches ich auch unterstütze und das wir hoffentlich in Berlin bald realisieren können.

Wie würden Sie Ihre Strategie beschreiben, im Parlament das Bewusstsein für eine Reduktion von Plastikmüll zu stärken?

Ich nutze vor allem den parlamentarischen Gestaltungsspielraum, um gegen Plastikmüll vorzugehen. Dazu gehört der Antrag: „Berlin wird Blue Community“ genauso wie ein Programm zur Errichtung von öffentlichen Trinkwasserbrunnen. Flankierend setze ich mich für das Ziel Zero Waste ein. Ich arbeite daran, Zero Waste im neuen Abfallwirtschaftskonzept des Landes, also unserem Müll-Masterplan, zu verankern und unterstütze zivilgesellschaftliche Initiativen in diesem Bereich. Mit einem Mehrwegbecher-Programm versuchen wir, die Nutzung von Einweg-Kaffeebechern zu reduzieren.

Darüber hinaus nutze ich Möglichkeiten auf Podien und in Gesprächen, um bei meiner Öffentlichkeitsarbeit auf die Probleme von Plastikmüll hinzuweisen. Wenn Menschen sich über den Dreck im öffentlichen Raum beschweren kommen wir oft ins Gespräch über den aktuellen Einweg- und ToGo-Wahnsinn und was wir dagegen tun müssten. Aber auch ganz praktisch biete ich Alternativen an: An meinem Kiezbüro ist ein Aufkleber, der zeigt, dass wir kostenlos Leitungswasser ausgeben.

Welches konkrete Projekt zur Reduktion von Plastikmüll möchten Sie den ALLES IM FLUSS – Mitgliedern / Partnern vorstellen?

Becherheld, die Kampagne zur Nutzung von Mehrweg-Kaffeebechern. Wir versuchen, berlinweit ein Poolsystem aufzubauen, so dass Mehrwegbecher für Heißgetränke gegen Pfand in einem Café erworben und an einem anderen Café zurückgegeben werden können. Denn in Berlin werden momentan täglich etwa 460.000 Coffee to go-Becher genutzt, die nach durchschnittlich 15 Minuten im Restmüll landen und nicht recycelt werden können.

Sehen Sie in diesem Projekt Ideen und Potentiale, die in das alltägliche Leben der Menschen übertragen werden können?

Jede*r kann Becherheld*in werden! Wer keinen Mehrwegbecher gegen Pfand erwerben möchte, kann einfach seinen eigenen Becher von zuhause mitbringen – und spart bei vielen Cafés und Bäckereien sogar noch Geld!

Welche Erfolge im Bereich der Reduzierung von Plastikmüll wünschen Sie sich für die Zukunft?

Das Verbot von Einweg-Wasserflaschen aus Plastik und von Einwegbechern. Es gibt genug Alternativen - ich hoffe meine Kolleg*innen im Berliner Abgeordnetenhaus trauen sich auch etwas mehr Ordnungspolitik zu.